Go West
Arbeitgeber · Ausbildung, alle Branchen

Eigener Nachwuchs — statt Vermittlungs-Roulette.

Wer selbst ausbildet, bekommt keine fertige Fachkraft, sondern etwas anderes: einen Menschen, der drei Jahre lang Ihr Haus lernt und danach mit hoher Wahrscheinlichkeit bleibt. Der Weg hat einen eigenen Takt — April und September/Oktober — und ein Antragsfenster, das man nicht verschieben kann. Genau das steht hier.

Bedarf melden → Erst die Bedingungen

Auszubildende mit ihrem Ausbilder in der Lehrwerkstatt

Warum dieser Weg sich rechnet — und wann nicht

Sie bilden nach Ihren Standards aus

Keine Diskussion über Gleichwertigkeit, keine Anpassungsmaßnahme, kein Bescheid: Am Ende steht ein deutscher Abschluss, der überall anerkannt ist, weil er hier erworben wurde.

Bindung statt Wechsel

Drei Jahre gemeinsame Geschichte wiegen mehr als jede Prämie. Das ist das stärkste Argument dieses Wegs.

Auch für Bewerber, die sonst nicht passen

Wessen Abschluss im Heimatland keine zwei Jahre staatlich anerkannte Ausbildung ist, kommt über den Fachkräfteweg nicht nach Deutschland — über die Ausbildung schon.

Wann es nicht passt

Wenn Sie kurzfristig Personal brauchen. Eine Ausbildung löst Ihr Problem in drei Jahren, nicht in diesem Winter. Wer beides braucht, kombiniert sie mit dem Fachkräfteweg — aber ersetzen kann sie ihn nicht.

Und wenn Sie es ehrlich rechnen

Ausbildungsvergütung, Praxisanleitung, Schule, Betreuung in den ersten Monaten: Das ist eine Investition über drei Jahre. Wer das als „billige Arbeitskraft" rechnet, rechnet falsch und wird unzufrieden.

Gilt in jeder Branche

Pflege, Logistik, Industrie, Handwerk, Gastronomie: Der aufenthaltsrechtliche Weg ist derselbe. In der Pflege kommt die Schulplatzbestätigung als Pflichtunterlage hinzu.

Die harten Bedingungen

Das sind keine Empfehlungen, sondern Bedingungen der Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung NRW (ZFE, Köln). Wird eine davon verfehlt, wird der Antrag nicht angenommen oder nachgefordert — beides kostet den Ausbildungsbeginn.

BedingungWert (Stand 2026)Was passiert bei Verstoß
Antragsfenster bei der ZFE frühestens 6, spätestens 3 Monate vor Ausbildungsbeginn Die ZFE nimmt den Antrag nicht an → der Ausbildungsbeginn im Vertrag muss verschoben werden
Sprachnachweis mindestens B1 — nur Goethe, telc, ÖSD, TestDaF oder ECL, und nicht älter als 12 Monate Zertifikat muss neu abgelegt werden — das kostet Monate
Ausbildungsvergütung mindestens 1.090 € brutto im Monat (Stand 2026 laut ZFE-Checkliste — jährlich neu prüfen) Der Lebensunterhalt gilt als nicht gesichert → Sperrkonto oder Verpflichtungserklärung nötig
Schulplatz schriftliche Bestätigung der Schule (in der Pflege Pflicht) Ohne Schulplatz kein Antrag
Reisepass Farbscan, mindestens 6 Monate gültig (die Botschaft verlangt später mehr) Nachforderung
Gebühr 411 € je Verfahren zahlt der Arbeitgeber
Formulare ZFE-Formulare digital ausfüllen, von Hand unterschreiben, alles als PDF Ablehnung oder Nachforderung — ein häufiger und völlig vermeidbarer Fehler
Das Antragsfenster ist der Punkt, an dem die meisten Pläne scheitern. Es ist nach beiden Seiten geschlossen: zu früh geht nicht, zu spät auch nicht. Und es hängt am Ausbildungsbeginn im Vertrag — nicht am Wunschtermin. Wer im September starten will, muss zwischen März und Juni beantragen. Alles davor richtet sich danach, vor allem das B1-Zertifikat, das zum Zeitpunkt des Antrags keine zwölf Monate alt sein darf.

Quelle: amtliche Checkliste der ZFE „Aufnahme einer Berufsausbildung (§ 16a AufenthG)" und ZFE-Leitfaden · ZFE NRW · ZFE-Portal · Checkliste (PDF) · gelesen 09/2026 — vor jedem Antrag die aktuelle Fassung prüfen

Die Kette der Vollmachten

Die ZFE verlangt eine klare Kette, wer für wen handeln darf. Das klingt bürokratisch, ist aber schnell erledigt — wenn man es vorher weiß.

  1. 1

    Kandidat → Arbeitgeber

    Vollmacht auf dem ZFE-Formular. Damit darf der Betrieb das Verfahren für den Bewerber führen.

  2. 2

    Arbeitgeber → Unterbevollmächtigter

    Untervollmacht (ZFE-Formular, je Kandidat ein Blatt) plus eine Versicherung des Arbeitgebers über die Bevollmächtigung. Damit dürfen wir für Sie hochladen und ansprechbar sein.

    Vorher klären: Tritt der Unterbevollmächtigte als Privatperson oder für die Firma auf? Das ist ein Feld im Formular — und danach nicht mehr eben geändert.

  3. 3

    Der Arbeitgeber schließt die Vereinbarung mit der ZFE

    Und zahlt die 411 €. Diesen Schritt kann Ihnen niemand abnehmen — er gehört zum beschleunigten Verfahren.

  4. 4

    Unterlagen hochladen, Vorabzustimmung, Botschaftstermin

    Neun Unterlagen je Kandidat, benannt wie im Portal vorgegeben. Danach die Vorabzustimmung — und mit ihr der Anspruch auf einen zeitnahen Termin bei der Botschaft.

Der Rückwärtsplan — zwölf Monate

So sieht ein Ausbildungsstart aus, wenn er funktioniert. Gerechnet rückwärts vom ersten Schultag, nicht vorwärts von heute.

ZeitpunktWas passiertWer
Start − 12 MonateAuswahl der Bewerber, B1-Kurs beginntGo West + Bewerber
Start − 8 MonateVertrag Go West ↔ Betrieb unterschrieben · Videogespräch · AusbildungsvertragSie + Go West
Start − 7 MonateSchulplatzbestätigung · B1-Zertifikat (muss beim ZFE-Antrag ≤ 12 Monate alt sein)Schule + Bewerber
Start − 6 MonateZFE-Antrag hochgeladen — frühestens jetztGo West für Sie
Start − 3 Monatespätestens ZFE-Antrag · dann Vorabzustimmung → BotschaftsterminZFE
Start − 6 WochenTermin bei der Botschaft wahrgenommenBewerber
Start − 3 WochenVisum · Flug · Unterkunft stehtGo West
StartAnmeldung, Ausländerbehörde, Schule, Betriebgemeinsam
Was Sie daraus mitnehmen sollten: Wenn Sie für September 2027 ausbilden wollen, beginnt die Arbeit im Herbst 2026 — mit dem Sprachkurs. Ein Ausbildungsplatz, der im Mai „noch schnell" international besetzt werden soll, ist für dieses Jahr keiner mehr. Das sagen wir lieber vorher als hinterher.

Was Sie zahlen

Vier Grundsätze, die für jede Branche gelten:

Keine hohe Vorabsumme

Sie zahlen nicht Tausende, bevor jemand da ist.

Planbare Beträge

Sie wissen vor der Unterschrift, was wann fällig wird.

Erfolg zuerst

Der größere Teil wird fällig, wenn jemand tatsächlich bei Ihnen anfängt.

Sechs Monate Verantwortung

Wir sind nach dem ersten Tag nicht verschwunden.

Dazu kommen die amtlichen Posten, die nicht bei uns landen: 411 € ZFE je Verfahren (Arbeitgeber) und 75 € Visumgebühr (Stand 2026, Bewerber). Und die Ausbildungsvergütung, die ohnehin anfällt — sie ist zugleich der Nachweis des Lebensunterhalts. Sagen Sie uns Ihren Bedarf.

Was Ausbildungsverantwortliche uns fragen

Reicht B1 wirklich für die Berufsschule?

B1 ist die aufenthaltsrechtliche Bedingung — die Schule ist eine andere Frage. Fachunterricht auf Deutsch, Klassenarbeiten und Prüfungen sind mit knappem B1 hart. Deshalb hören unsere Bewerber mit B1 nicht auf: Der Kurs läuft weiter Richtung B2, und ab B1 kommt ein Berufsmodul dazu — Fachvokabular, Übergabe, Dokumentation. Wer im ersten Schuljahr scheitert, scheitert fast immer an der Sprache, nicht am Fach.

Was ist, wenn der Auszubildende abbricht?

Dann steht nicht nur die Ausbildung in Frage, sondern auch der Aufenthalt — der Titel ist an den Zweck „Ausbildung" gebunden. Genau deshalb sind die ersten Monate so wichtig, und genau deshalb begleiten wir sie. Reden Sie mit uns, bevor Sie kündigen oder bevor jemand hinwirft: Es gibt oft eine Lösung, aber selten eine späte.

Können wir auch jemanden nehmen, der schon eine Ausbildung im Heimatland hat?

Ja — und manchmal ist das sogar der bessere Weg. Wenn die heimische Ausbildung keine zwei Jahre staatlich anerkannt ist, ist der Fachkräfteweg versperrt, die Ausbildung in Deutschland aber offen. Die Vorkenntnisse helfen dann im Unterricht und im Betrieb, auch wenn sie formal nicht angerechnet werden. Eine Verkürzung ist im deutschen Recht möglich, entscheidet aber die zuständige Stelle, nicht wir.

Wir haben keine Wohnung. Geht es trotzdem?

Es geht, wird aber deutlich schwerer. Ein Auszubildender mit 1.090 € brutto findet in vielen Städten allein keine Wohnung — schon gar nicht ohne Schufa-Auskunft und ohne Deutschkenntnisse am Telefon. Ein Zimmer für die ersten Monate ist der wirksamste einzelne Beitrag, den ein Betrieb leisten kann. Wenn Sie keines haben, sagen Sie es früh, dann suchen wir gemeinsam.

Muss die Ausbildungsvergütung wirklich so hoch sein?

Der genannte Betrag ist kein Wunsch, sondern die Schwelle, ab der die ZFE den Lebensunterhalt als gesichert ansieht (Stand 2026 — der Wert wird angepasst, wir prüfen ihn vor jedem Verfahren neu). Liegt Ihre tarifliche Vergütung darunter, ist der Weg nicht versperrt: Dann kommen Sperrkonto oder Verpflichtungserklärung ins Spiel. Das ist aber Mehraufwand, den man mit einer sauberen Vergütung vermeidet.

Zahlt der Auszubildende etwas an Sie?

Nein. Weder für die Vermittlung des Ausbildungsplatzes noch für Unterlagen noch für „Bearbeitung". Wir werden vom Betrieb bezahlt. Den Deutschkurs bezahlt der Bewerber selbst — 29,90 € im Monat, mit 14 Tagen kostenlos, kündbar. Dieser Kurs ist an keinen Ausbildungsplatz gekoppelt: Er steht jedem offen, auch wenn er nie zu uns kommt.

Bedarf melden

Sagen Sie uns, für wann Sie ausbilden wollen. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob der Termin noch realistisch ist — und wenn nicht, welcher es wäre.

Lieber direkt? +49 241 40038850, Mo–Fr 08:00–16:30 Uhr — oder info@gowest-personal.de